Aktion Dorfökologie 2015

Ehrungen für Dörfer für die Aktion Dorfökologie 2015 in Neudrossenfeld

Viele Strukturen in unseren Orten und Fluren sind durch kleine oder mittlere Maßnahmen verschwunden. Es ist deshalb wichtig, diesen bedauernswerten Entwicklungen  wieder viele kleine und mittlere Maßnahmen zur Schaffung von neuen Lebensräumen für Pflanzen und Tiere in unseren Orten entgegenzusetzen. Es gilt auch, Kulturlandschaftselemente, die auf den ersten Blick ohne direkten Nutzen sind, durch Wissensvermittlung die ihnen gebührende Beachtung zu schenken.

 Mit der Aktion Dorfökologie 2015 zeichnet der Bezirksverband für Gartenbau und Landespflege Oberfranken e.V. wieder Ortschaften, Gartenbauvereine und Bürger aus, die sich über das übliche Maß hinaus eingesetzt haben, ihr Umfeld vielfältig, artenreich zu gestalten. Die vielfältigen Maßnahmen tragen als kleine und große Schritte zu einer nachhaltigen Sicherung der Kulturlandschaft im Sinne der Agenda 21 bei.

 Bürgermeister  Harald Hübner begrüßte die Vertreter der Gartenbauvereine der 9 Bezirke Oberfrankens und führte die Gruppe durch Neudrossenfeld, das ebenso wie Schönbrunn die Silbermedaille im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft 2015“ auf Landesebene  gewonnen hatte. Der 3900 Einwohner und 49 Ortsteile umfassende Ort verfügt über 6 Gartenbauvereine und liegt im landschaftlich attraktiv gelegenen Rotmaintal zwischen Bayreuth und Kulmbach. Deshalb bemüht sich die Gemeinde um eine ökologisch angepasste Ausweisung von Baugebieten für Familien und das Gewerbe. Man kümmert  sich um den Erhalt und Ausbau moderner Kinderkrippen, Kindergärten und Schulen, (Ganztagsbetreuung) die mit regenerativer Energie betrieben und mit viel Natur für alle Sinne (im Pausenhof gibt es Spielgeräte, die die Motorik stärken, eine Mosaikschlange, Obstbäume, eine Stein-Tribüne als Ruhezone u.v.m.) angelegt sind.

 Neudrossenfeld war aufgrund seiner geografischen Lage – die Handelswege Bamberg-Eger und Pegnitz-Bayreuth-Kronach kreuzen sich hier - interessant für die Raubritter im Mittelalter und später für die Markgrafen. So ließ Phillip Ellrodt, Finanzminister von Markgraf Friedrich II, mithilfe der Baumeister von Markgräfin Wilhelmine  das Schloss mit Barockgärten, Pfarrhaus und die Dreifaltigkeits-Kirche errichten, in dem sich ein Altar des Albrecht Dürer Schülers Hans Süß befindet. Der Spaziergang führte die Gruppe nach einem Kurzbesuch der Kirche, vorbei an Schloss, Pfarrhäusern, Steinskulpturenpark – alle 2 Jahre finden die Europa-Tage in Neudrossenfeld statt - hier werden prominente Besucher in Stein dargestellt -  und Rathaus, das sich mit neu begrüntem Innenhof

mit Brunnen und Stauden präsentiert, zur Kelterei, in der gerade Äpfel zu Saft verarbeitet und in Beutel abgefüllt wurden. Bürgermeister Hübner wies darauf hin, dass Neudrossenfeld im nächsten Jahr auch mit dem Ausbau eines weiteren Gartens im Barockstil am Schloss, einem Generationenpark unterhalb des Friedhofs und mit Wanderwegen an die Landesgartenschau in Bayreuth als Außenstelle angeschlossen wird. Die Führung endete im „Bräuwerk“, einem historischen Gasthof mit Biergarten von 1649, der in den vergangenen Jahren nach längerem Leerstand von der Gemeinde gekauft und mithilfe verschiedenster Förderungen (8 Mio, Eigenanteil 1,8 Mio) saniert worden war. Hier im historischen Ortskern  hatte sich eine Aktiengesellschaft aus Bürgern gefunden, die eine Brauerei unterhält und ein historisches Eishaus als Ausstellungsraum nützt. Auch gibt es ein Backhaus, das gerade angefeuert wurde. Im neu angelegten Kräutergarten lud Christine Herold vom Gartenbauverein Neudrossenfeld die Gäste ein, zum romantischen Weihnachtsmarkt wieder zu kommen, der auf dem gesamten Gelände ausgerichtet wird. Von einem Platz mit Bruckboden vor einer uralten Tanzlinde konnte die Gruppe den Blick ins Rotmaintal schweifen lassen. In der ausgebauten Scheune neben dem Biergarten befindet sich das Lindenmuseum, das Prof. Rainer Graefe in Zusammenarbeit mit der Uni Innsbruck geschaffen hat. In einem der wunderschön renovierten Säle des gastronomischen Bereichs wurden die Gartenbaumitglieder mit Kaffee und Kuchen bewirtet und geehrt.

 Auch Klaus Peter Söllner, Landrat des Landkreises Kulmbach, begrüßte die engagierten Bürgerinnen und Bürger ebenso wie Christine Bender (Unser Dorf hat Zukunft) und Günter Reif, den Vorsitzenden des Bezirksverbandes, Landkreis Kulmbach. Gudrun Brendel-Fischer dankte allen Kreisgartenfachberatern für ihre wertvolle Arbeit und verabschiedete Christian Kreipe, Kreisgartenfachberater des Landkreises Wunsiedel, der den Wettbewerb „Aktion Dorfökologie“ seit über 20 Jahren organisiert hatte und im nächsten Jahr in den wohlverdienten Ruhestand geht, mit einem Geschenk.

Unser Bild von der Preisverleihung (von links): Stefan Till, Kreisfachberater Kreipe, Jutta Beierlein, Claudia Hofestädt, Dieter  Beierlein, Simone Till, Bürgermeister Peter Geiser, Michael Hofestädt, Kreisvorsitzende Doris Feustel, Georg Wirth, Ulla Tögel, MdL Gudrun Brendel Fischer, erste Vorsitzende des Bezirksverbandes für Gartenbau und Landespflege

An folgende Preisträger wurde eine Urkunde und ein Geldpreis von Gudrun Fischer-Brendel übereicht:

 Obst- und Gartenbauverein Lisberg, LK Bamberg

Der Obst- und Gartenbauverein Lisbberg pflegt öffentliche Grünanlagen. Die aktive Jugendgruppe bewirtschaftet ihren Garten. Der Bau von Nistkästen und Bienenhotels fördern die Artenvielfalt. Ein breites Programm an Führungen vermittelt Naturwissen.

 Obst- und Gartenbauverein Speichersdorf, LK Bayreuth

Der Obst- und Gartenbauverein Speichersdorf hat an den fünf katholischen und evangelischen Kindertagesstätten Obstbäume gepflanzt und bieten damit allen Kindern die Möglichkeit zu erleben, wie Obstbäume wachsen und Obst schmecken kann.

 Obst- und Gartenbauverein Trübenbach, LK Coburg

Der Obst- und Gartenbauverein Trübenbach ist seit vielen Jahren aktiv für die Vielfalt in und um Trübenbach tätig. Die gemeindliche Streuobstwiese wird gepflegt. Vielfältige Nisthilfen fördern u.a. Turmfalken und Schleiereulen. Kinder werden über das Kürbisfest an die Gartenkultur herangeführt.

 Siedlergemeinschaft Lichtenheide e.V., LK Forchheim

Die Siedlergemeinschaft Lichtenheide e.V. fördert in vielfältiger Form die Fledermäuse. Zum einen bietet die Siedlergemeinschaft den Forschern einen Stützpunkt für die vielen wissenschaftlichen Arbeiten an den Fledermäusen. Zum anderen werden die Erlebnisse mit den Tieren in einer Kunstaktion zum Bemalen des Wissenschaftscontainers  generationsübergreifend aufgearbeitet.

 Bürgerinitiative Stadtpark Schauenstein, LK Hof

Die Bürgerinitiative Stadtpark Schauenstein hat unter Leitung von Bürgermeister Geiser den Stadtpark revitalisiert und teilweise neugestaltet. Dazu wurden vielfältige Elemente wie Trockenmauern, Schattenstaudenbeete angelegt. Auch die „Wachende Jungfrau“, ein Naturdenkmal, wurde wieder freigestellt.

 Obst- und Gartenbauverein Fischbach, LK Kronach

Der Obst- und Gartenbauverein Fischbach fördert mit seiner gut ausgestatteten Kelterei indirekt den Streuobstanbau. Ein vom Verein betreuter Park und vielfältige Gärten bieten vielfältige Lebensräume für Tiere und Pflanzen.

 Gartenbauverein Triebenreuth, LK Kulmbach

Der Gartenbauverein Triebenreuth unterhält unter erschwerten Bedingungen eine Streuobstwiese. Die Mitglieder haben den Fußballplatz eingegrünt und Baumtore an den Ortseingängen gepflanzt.

 Obst- und Gartenbauverein Mainroth und Umgebung, LK Lichtenfels

Der Obst- und Gartenbauverein Mainroth und Umgebung hat als gemeindeübergreifender Verein in allen Ortschaften vielfältige Pflanzungen angelegt, die er betreut. Herausragender Bestand ist die 500m  lange Apfelallee von Mainroth nach Mainklein am dort verlaufenden Mainwanderweg. Eine Kelterei verwertet Früchte der Obstpflanzungen im gesamten Vereinsgebiet. Die Kindererlebnistage führen die Kinder an den Garten und die Natur heran.

 Obst- und Gartenbauverein Schönbrunn, LK Wunsiedel

Der Obst- und Gartenbauverein Schönbrunn hat für die Ortschaft eine Biodiversitätsstrategie erarbeitet. In der wurden die vielfältigen bisherigen Aktionen erfasst und Ziele für die weiteren Maßnahmen der Ortsverschönerung vorgeschlagen. Neben der ständigen Aktion „Koniferen gegen Obstbäume austauschen“ wurde unter anderem ein Naturspielplatz an der Röslau angelegt. Die Spielbereiche sind vielfältige Spiel-, Erlebnis- und Lebensräume.

 

 Text und Foto: Katrin Horn