Jahreshauptversammlung des Kreisverbandes
am 9. März 2008 in Töpen:

Umweltpreis des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege geht an Walter Wolfrum

Die Laudatio:

Was im 20. Jahrhundert aus unserem Alltagsleben verschwand
aus dem Buch von Otto Knopf „Wie’s früher war“.

Wie waren doch einst die Feld-, Wiesen- und Wegraine, im Volksmund „Raala“ genant, für wunderbare Lebensräume in freier Natur!

Leider sind die „Raala“ von einst nahezu verschwunden, ebenso die Heckenreihen, die einmal vielen Vogelarten geeignete Nistplätze boten und gewandten Klettertieren ungestörte Tummelplätze. Mit der Vergrößerung der Nutzflächen und der technischen Verbesserung landwirtschaftlicher Maschinen starben jene kleinen Paradiese aus.

Wenn die Winterstürme über das Land brausten, war der Hohlweg ein drei Meter tiefes Schneeloch. Die Weiden oben am steilen Rangen trugen schon längst ihre silbernen und goldenen Kätzchen, das dichte Gesträuch lockte bereits die Vögel zum Nestbau, da lag noch immer der letzte Schnee auf dem Grund des tief eingefrästen Weges. Heute zieht sich ein eleganter Fahrweg aus dem Dorf – glatt, sauber.

Grenzbäume markieren mancherorts wichtige Punkte in der Landschaft, auch so genannte Richtungsbäume kennzeichnen noch heute den Verlauf ehemaliger Steige. Freilich sind die alten Steige zumeist bedeutungslos geworden, oft kaum mehr in der Landschaft zu erkennen. Die Kirchsteige mögen wohl die ersten gewesen sein, auf ihnen erreichte der Bauer mit seiner Familie das Kirchdorf zum Besuch des Gottesdienstes.

Wird jemals wieder ein Richtungs- oder Grenzbaum gepflanzt werden?

Dazu meint Johann Wolfgang von Goethe:

Es ist nicht genug, zu wissen,

man muss es auch anwenden;

es ist nicht genug zu wollen,

man muss es auch tun.

Aus diesem Grund haben wir heute Herrn Walter Wolfrum eingeladen.

Wer jahrelang seine Arbeit tut

mit geballter Kraft und frohem Mut,

der ist es schließlich allen wert,

dass man ihn dafür einmal ehrt.

Herr Walter Wolfrum ist so´ne Person

und ihm gebührt der Ehrenlohn

für seinen Einsatz und den Fleiß

bekommt er heut den Umweltpreis.

Herr Walter Wolfrum aus Tiefengrün hat sich in vielfältiger Art der Erhaltung und Förderung eines natürlichen Lebensraumes engagiert und sich so in besonderer Weise verdient gemacht. Als Landwirt und Jäger kennt er die Notwendigkeit eines Einklangs zwischen Mensch und Natur, er kennt Hege und Pflege und setzt dies tatkräftig um. Der Dorfteich in Obertiefengrün ist dank seiner Arbeit ein Schmuckstück und inmitten seiner Flur steht ein Flurbaum, eine weit ausladende Kastanie. Durch die Pflanzungen und die Pflege von Bäumen und Sträuchern u.a. an Feldrainen und Bachläufen entstand pflanzliches Leben neu und Kleintiere finden wiederum einen Lebensraum. Als grünes Band führen seine Bäume und Sträucher in die Ortschaft und prägen so die Landschaft.

Ihre Arbeit soll nie

ins Leere gehen

Dafür wünschen wir die Kraft der Hände

und des Herzens.

Und wir wünschen Ihnen

dass hinter ihrem Pflug Frucht wächst, Brot für Leib und Seele und

weiterhin die Fähigkeit auch kleine Dinge

im Leben wahrzunehmen und sich darüber zu freuen.

 

Von links: Träger des Umweltpreises Walter Wolfrum aus Tiefengrün, 2. Vorsitzender des Kreisverbandes Uwe Kunisch, 1. Vorsitzende des Kreisverbandes Doris Feustel, MdL Klaus Wolfrum, Schriftführerin Simone Till, Bürgermeister Klaus Grünzner, Kassiererin Frieda Burger
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