Jahreshauptversammlung des Kreisverbandes
am 22. Mai 2011 in Münchberg:

 

Münchberg – Der Hofer Kreisverband für Gartenbau und Landespflege feiert heuer einen runden Geburtstag: Am 22. Mai blicken die Gartenfreunde in der Bürgergesellschaft Hof auf ihr 100-jähriges Gründungsjubiläum zurück. Das gab Kreisvorsitzende Doris Feustel zur Jahreshauptversammlung im Münchberger Schützenhaus bekannt. „Ganz so einfach war die Entscheidung nicht, wann wir feiern sollen, denn unser heutiger Kreisverband ist aus vier Kreisverbänden entstanden“, so Feustel. Während sich die Gartenfreunde in Naila schon 1906 zusammenfanden, folgten die Verbandsgründungen in Hof und Rehau erst vier Jahre später. In Münchberg wurde der Kreisverband im Jahr 1911 aus der Taufe gehoben. „So haben wir dann dieses Gründungsjahr als Anhaltspunkt genommen.“ Für eine historische Ausstellung, die in der Bürgergesellschaft am 22. Mai zu sehen sein wird, suchen die Gartenfreunde noch interessante Unterlagen und Ausstellungsstücke. In diesem Jahr stehen laut Feustel weitere Jubiläen an, denn die Ortsverbände Jägersruh und Marxgrün wurden vor 60 Jahren gegründet. Einen weiteren Termin sollten sich alle Hobbygärtner im Kalender vormerken: Am 4. September lädt der Kreisverband dann zum Kreisgartentag nach Schauenstein ein. „Wir werden wieder ein ansprechendes Programm zusammenstellen“, kündigte Doris Feustel an. „Der Kreisgartentag ist unser Aushängeschild und inzwischen zur Institution geworden.“ Außerdem begeht der Schauensteiner Obst- und Gartenbauverein heuer sein 100-jähriges Jubiläum. In ihrem Rückblick ging die Kreisvorsitzende auch auf das für viele Gärtner unbefriedigende Wetter im vergangenen Jahr ein. „Vier Monate ohne Frost – das hatte natürlich Auswirkungen auf das Wachstum. So manche Obstsorte reifte erst sehr spät oder gar nicht richtig aus.“ Davon ließen sich die Gartenfreunde aber nicht entmutigen und so war das Jahr 2010 wieder von vielen Veranstaltungen und Aktionen geprägt. Beliebte Termine waren der Hofer Umwelttag, der Tag der offenen Gartentür, das Erntefest der Baumpfleger oder auch der Apfeltag. Um den Nachwuchs bemüht sich der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege ebenfalls. Die Kreisjugend machte unter dem Motto „Wasser satt“ einen Ausflug zur Ködeltalsperre und in Marxgrün wurde der erste Jugendraum eingeweiht. Wenig erfolgreich waren die Bemühungen des Kreisverbandes, den Ortsverband in Rehau vor der Auflösung zu retten. „Leider hat sich niemand bereiterklärt, an vorderster Front den Verein weiterzuführen“, bedauerte die Kreisvorsitzende. Als neuen Vorsitzenden des Ortsverbandes in Isaar stellte sie Uwe Weber vor. Er hat den langjährigen Vorsitzenden Helmut Schnabel abgelöst. „Unser Wirkungskreis endet nicht am Gartenzaun“, sagte die Münchberger Vorsitzende Gerda Albertz. „Wir sind das grüne Gewissen der Städte und Dörfer.“ Sie freute sich vor allem darüber, dass sie die Feierabendmusikanten Münchberg für die Versammlung gewinnen konnte. Stellvertretender Landrat Alexander Eberl ermutigte die Gartenfreunde, in ihren Bemühungen nicht nachzulassen und versprach gleichzeitig, ein offenes Ohr für die Anliegen der Gartenbauvereine zu haben. „Der Landschaftsschutz und die Landschaftspflege genießen im Landkreis ein hohes Ansehen.“ Bürgermeister Thomas Fein wies darauf hin, dass der Ortsverband Münchberg im letzten Jahr sein 125-jähriges Bestehen gefeiert hat und lobte: „Wenn der Gartenbauverein etwas in die Hände nimmt, dann passt es einfach!“ Klaus Wolfrum, Vorsitzender des Landesbundes für Vogelschutz, warb für den naturnahen Garten. „Ich ermuntere Sie, ein bisschen mehr Unordnung in Ihren Gärten zu lassen.“ C.R.

Foto von links: Der Kreisvorstand mit Ehrengästen und Norbert Sörgel, dem Träger des Umweltpreises: Alexander Eberl, Thomas Fein, Gerda Albertz, Günter Reif, Norbert Sörgel, Doris Feustel, Uwe Hofmann, Simone Till und Frieda Burger

Normalerweise hält Norbert Sörgel die Laudatio für den Träger des Umweltpreises, der vom Hofer Kreisverband für Gartenbau und Landespflege alljährlich zur Jahreshauptversammlung vergeben wird. Dieses Mal stand der Kreisfachberater am Hofer Landratsamt selbst im Rampenlicht, denn der diesjährige Umweltpreis ging an Norbert Sörgel. Kreisvorsitzende Doris Feustel verlieh den mit 100 Euro dotierten Preis und lobte das Wirken des Kreisfachberaters in höchsten Tönen. „Du hast den Landkreis Hof durch unglaublich viele, neu gepflanzte Bäume und Sträucher geprägt.“ Wer mit offenen Augen durch das Hofer Land fahre, könne dies überall sehen. Über 15000 Bäume und mehr als 120000 Sträucher seien unter der Regie von Norbert Sörgel eingesetzt worden. Laut Feustel entspricht das einer Heckenlänge von insgesamt 250 Kilometern. „Die Renaturierung des Haidberges sucht seinesgleichen. Dadurch sind viele Pflanzenarten wieder zum Vorschein gekommen.“ Auch die Pflege der Täler im Frankenwald sei wichtig, um die Artenstruktur erhalten zu können. „Für unsere Gartenbauvereine sind vor allem Deine liebevolle Betreuung und Dein Engagement von großer Bedeutung.“ Als sichtbare Ergebnisse dieses vorbildlichen Wirkens nannte Doris Feustel die Bundesgolddörfer Weickenreuth und Kirchgattendorf sowie die Silbermedaillen-Dörfer Isaar und Tiefengrün. „Hier sind nicht nur erhaltenswerte Dorfansichten entstanden, sondern es wurde auch sehr viel in die Zukunft investiert.“ Norbert Sörgel sagte, er nehme den Umweltpreis stellvertretend für alle Mitstreiter der vergangenen 20 Jahre in Empfang. Schmunzelnd fügte er hinzu: „Jetzt habe ich für die Ausübung meines Traumberufs sogar noch einen Preis bekommen.“ Sörgel dankte insbesondere seinem Chef, Landrat Bernd Hering, „für die exzellente, sehr vertrauensvolle Zusammenarbeit.“ Der Landkreis nehme viel Geld für den Landschaftsschutz in die Hand. Den Geldpreis stellte Sörgel dem Landschaftspflegeverband zur Verfügung. Und der Kreisfachberater hat in seinen Dankesworten auch seinen früheren Chef, den ehemaligen Landrat Ewald Zuber, nicht vergessen: Der Münchberger hat Norbert Sörgel 1990 im Landratsamt eingestellt. „Unser gemeinsames Ziel war damals, wenigstens ein Golddorf auf Bayernebene zu holen.“ Dieser Traum ging schon zwei Jahre später mit Weickenreuth, dem späteren Bundessieger, in Erfüllung. C.R

 

 

Archiv