KREISGARTENTAG 2003 IN NEUDORF

„Phantasien rund um den Garten“

 

Die Baumpflegervereinigung informierte über Obstkrankheiten, gab Tipps zu Obstbaumschnitt.

NEUDORF- Gut besucht war der Kreisgartentag 2003. Das Motto ,,Phantasien rund um den Garten'' passe, meinte Kreisvorsitzende Doris Feustel, denn bei der Gartengestaltung könne man seine Phantasien in jeder Richtung ausleben. Mit dem Kreisgartentag, gleichzeitig Informationsbörse und Treff für jung und alt, wolle man das Interesse für Garten und Natur, für Ideen und Ideale wecken.

Schirmherr Landrat Bernd Hering lobte den gastgebenden OGV Neudorf für seine ,,hervorragende Organisation''. Das gesamte Ortsbild beweise, dass man hier verstehe, vorzüglich mit der Natur zu arbeiten. Mit Hecken, Steingärten, Vogeltränken und vielem mehr zeige man ebenso wie die zahlreichen Aussteller, was in und mit der Natur machbar sei. Hering ermunterte die Gartenbauvereine, in ihrem segensreichen Bemühen nicht nachzulassen. In der heutigen Konsumgesellschaft, in welcher der Wert der Natur meist verkannt werde, gelte es ,,die Bevölkerung daran zu erinnern, dass wir die Natur brauchen und sie deshalb pflegen und schützen müssen''.

Die Landjugend Neudorf überraschte die Zuschauer bei ihren Volkstänzen mit immer neuen reizvollen Wendungen und Formationen. Der Gesangverein Leupoldsgrün ließ seine Stimmen erklingen, besang speziell die ,,Hofer Schnitz und Backela'', die beim Kreisgartentag auf Leupoldsgrüner Art serviert wurden.

Beerenzeit ist Vorratszeit hieß es bei der staatlichen Ernährungsberatung. Dazu gab es Tipps zum richtigen einfrieren und auftauen, verpacken und konservieren mit Zucker oder Hitze. Die Baumpflegervereinigung informierte über Veredelungstechniken, Obstbaumkrankheiten und biologisches Gärtnern. Wem der ohrenbetäubende Lärm der Motorsäge nichts ausmachte, konnte Veit Böhm aus Morgenröte zuschauen, der aus rohen Holzstämmen Igel, Eichhörnchen und Auerhahn schuf. Beim Kompostring erfuhren die Besucher wie aus Gartenabfällen guter Kompost wird und wie unkompostierte Abfälle, frischer und reifer Kompost im Garten zu verwenden ist. Streuobstbau wurde als Chance für Umwelt und Verbraucher vorgestellt. Von Anfang an gehörten Obstbäume zur menschlichen Kultur. Die Römer übernahmen die Kunst des Obstbaus von den Griechen und Syrern und brachten sie mit nach Germanien. Im Mittelalter wurde sie hauptsächlich von den Klöstern gepflegt. Nach dem großen Einschnitt der 50er Jahre, in denen man sich auf intensiven Obstbau und Niederstammplantagen verlegte, werden in den letzten zehn Jahren wieder vermehrt Streuobstwiesen angelegt.

Weitere Infos gab es zu den Themen Kartoffeln, Tomaten, Kürbis oder die schwarze Apfelbeere. Letztere, eine etwas herbe Frucht, die sich gut mit anderen kombinieren lässt, soll vorbeugend gegen Herzinfarkt und Arteriosklerose schützen und sich positiv auf den Cholesterinspiegel auswirken. Gespannt hörten die Gäste beim Kräuterseminar zu oder holten sich Tipps und Ratschläge vom Pflanzendoktor.

Zum Erwerb standen die Aquarelle von Regina Ernstberger, natürlich mit Motiven aus Natur und Garten, selbst gemachte Marmeladen, Liköre und Kompott, Köstliches aus Honig in fester und flüssiger Form zur inneren und äußeren Anwendung, Rosenstöcke unterschiedlicher Form und Farbe, Gewürzpflanzen von Rosmarin bis Curry-Kraut, rustikale Gartenmöbel, Töpferwaren für Haus und Garten, Hüte verschiedenster Art sowie Geräte zur Gartenpflege und Zubehör für die Grillsaison.

Im Weberhaus-Museum konnte man einem Reisigbesenbinder bei der Arbeit zuschauen. Kinder durften sich mit Hammer und Meisel an Blöcken aus Kösseinegranit versuchen. Wer die fünf Fragen des Weinquiz' richtig beantwortete, bekam zur Belohnung ein Glas des neuen Rivaners, eines leichten fruchtigen Sommerweins. Mit leckeren Kostproben und Spezialitäten von Flammkuchen bis zur üblichen Festkost kamen auch die Gaumenfreuden nicht zu kurz.

Helmut Steinhäußer

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