Vereinigung der Baum- und Gartenpfleger im Kreisverband Hof Tel. Nr. 09281-41478

1953      Baumpflegervereinigung      2003


Die Vereinigung für Baum- und Gartenpfleger feierte
am 22.11.2003 in Neuhaus ihr 50-jahriges Bestehen. Dazu erschien folgender Artikel von Hans-Dieter Nauck in der Frankenpost:

Viel Lob gab es für die Vereinigung der Baum- und Gartenpfleger im Kreisverband Hof für Gartenbau und Landespflege. Die Vereinigung feierte mit einer gelungenen Veranstaltung ihr 50-jähriges Bestehen im Jugendheim in Neuhaus.

Von einem überwältigendem Besuch sprach erster Vorsitzender Helmut Wächter bei der Begrüßung.
In seiner Festansprache ging der Selbitzer Bürgermeister Klaus Adelt als Schirmherr der Veranstaltung und Ausschussmitglied auf die Geschichte der Vereinigung ein, die auf Initiative von Gartenbauingenieur Erwin Ullrich als eine der ersten Amateur-Vereinigungen in Bayern am 22. November 1953 in Naila gegründet worden war. Vorausgegangen waren Vortragsabende, um über Baumschnitt, Pflege der Bäume und Sortenauswahl zu informieren - all das lag damals im Argen. Auch heute stünden Baumschnittkurse im Vordergrund, die oftmals auf der 1987 in Wacholderbusch von der Vereinigung geschaffenen Streuobstwiese durchgeführt werden.

Die Baumpfleger sind immer gleichzeitig auch Mitglied in einem Obst- und Gartenbauverein und sollen dort ihr Wissen für Schnitt und Veredelung weitergeben. Aber auch bei der Sortenwahl und für Verarbeitung stehen sie beratend zur Verfügung. Abschließend dankte Klaus Adelt nicht nur allen Baumpflegern für die 50 Jahre geleistete Arbeit, sondern hoffte auch, dass weiterhin ein segensreiches Wirken von den Baumpflegern ausgeht, denn schöne Obstbäume bereicherten das Landschaftsbild, trügen Früchte und verbreiteten Zufriedenheit und Genugtuung.

Doris Feustel überbrachte die Glückwünsche des Kreisverbandes und bestätigte, dass die Baumpfleger keine Amateurtruppe seien, sondern eine Elitetruppe, die ihre Arbeit im Sinne von Erwin Ullrich fortführt. Der Selbitzer Pfarrer Gerhard Stintzing erinnerte an der Auftrag Gottes, den Garten Eden zu bebauen und zu bewahren. Die Baumpfleger nähmen diesen Auftrag ernst. Um die Arbeit weiterhin unter den Segen Gottes zu stellen, übergab er eine Kerze mit Segensspruch.
Landtagsabgeordneter Alexander König sprach davon, dass Obstbaukultur auch Kulturgeschichte sei; sein Kollege Klaus Wolfrum verwies auf die Bedeutung der Streuobstwiesen für den Vogelbestand. Kreisfachberater Norbert Sörgel hatte im Archiv umgeschaut und konnte als Dankeschön nicht ein Kuvert überreichen, wie Redner vor und nach ihm, sondern das originale Gründungsprotokoll sowie eine Obstsortimentübersicht von 1944. Auch einen Ausweis für geprüfte Baumpfleger von 1954 hatte er gefunden. Seit 1992 seien im Landkreis Bäume auf 60 Hektar Neuanlagen mit Hilfe des Landschaftspflegeverbandes und mit Fördermitteln gepflanzt worden, darunter auch große Streuobstwiesen. Als letzter der Ehrengäste überbrachte Heiko Selbmann die Grüße der Volksbank Hof an die Baumpfleger, die mit Lust und Freude im Ehrenamt tätig seien.

 
Ehrung bei der Vereinigung der Baum- und Gartenpfleger im Kreisverband Hof für Gartenbau und Landespflege. Das Bild zeigt (von links) Kreisvorsitzende Doris Feustel, Ehrenmitglied Christian Feldrapp, zweiten Vorsitzenden Gerhard Trapper, Ehrenmitglied Anna Knörnschild, Vorsitzenden Helmut Wächter, Ehrenmitglied Gustav Winterling sowie Schirmherrn und Bürgermeister Klaus Adelt.

In Gedichtform widmete sich Gisela Jung der ersten Streuobstwiese, dem Garten Eden und der dort möglichen Sortenvielfalt.

Viel Mühe hatte sich der Pressewart mit dem Vortag der Chronik gemacht, was dadurch erschwert wurde, dass in den 80er Jahren die Akten der Vereinigung auf zwei Ordner reduziert wurden, zurück geschnitten wurden, hätte er als Baumpfleger auch sagen können.

Aus der Gruppenausbildung von Baumwarten durch Erwin Ullrich, Nikol Schmeißer und Karl Tümptner heraus sei es zur Bildung der Vereinigung im damaligen Landkreis Naila gekommen. Pflanzentausch, Lehrfahrten, 1987 beginnende Pflanzung der Streuobstwiese Wacholderbusch, die ab 1991 als Lehrgarten mit einheimischen resistenten Sorten geführt wird, waren Aktivitäten der Vereinigung, die Reinhold Peetz aufführte. Auch auf den Kreisgartenbautagen war die Baumpflegervereinigung stets mit eigenem Pavillon präsent. Zusätzlich zum Vortrag war an Pinwänden mit Fotos und anderen Unterlagen die Geschichte der Baumpflegervereinigung sichtbar gemacht worden. Von ehemals 35 ist die Zahl der Mitglieder in der Vereinigung inzwischen auf 100 gestiegen, damit sind über 30 Obst- und Gartenbauvereine vertreten. Viele von ihnen gratulierten dann auch bei der Jubiläumsfeier: Marxgrün-Hölle, Issigau-Reitzenstein, Lichtenberg, Naila, Schwarzenbach am Wald, Räumlas-Meierhof, Lippertsgrün und Selbitz.

Eine besondere Ehre wurde dann drei Mitgliedern der Baumpflegervereinigung zuteil, Anna Knörnschild, Selbitz-Wacholderbusch, Christian Feldrapp, Issigau und Gustav Winterling, Rehau wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Aber auch langjährig aktiven Mitgliedern wurde zum Abschluss des offiziellen Teiles der Jubiläumsfeier mit einem Geschenk gedankt: Horst Mühling, Herbert Kroschke, Gerhard Kätzel, Heinrich Lang und den Vorständen Helmut Wächter und Gerhard Trapper.

Dass es eine Feier in lockerer Atmosphäre wurde, lag nicht nur daran, dass einige Redner von ihren Erfahrungen im Internet berichteten, wo unter dem Begriff "Baumpfleger" auch aufgeführt wurde, dass sie mit "Seilklettertechnik" und "Motorsägenschein" ihre Arbeiten ausführen, sondern auch an der entsprechenden musikalischen Umrahmung durch Albin und Martin Kothmann.

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