Erste Kreisversammlung der Gartenbau-Jugend

Ohne die Jugend geht nichts


HOF. Für die Vorsitzende des Kreisverbandes Hof für Gartenbau und Landespflege ist klar: Ohne Jugend gibt es auch keine Zukunft für die Gartenbauvereine. Deshalb ist Doris Feustel auch froh darüber, dass viele der über sechzig im Kreisverband zusammengeschlossenen Vereine in den vergangenen Jahren mit viel Engagement Jugendgruppen gegründet und inzwischen fast alle spezielle Veranstaltungen für den Nachwuchs in ihr Programm aufgenommen haben.

Und auch der Kreisverband verstärkte seine Jugendarbeit, rief eine Arbeitsgemeinschaft für die Jugendgruppen ins Leben, ließ zwei erfahrene Jugendleiter an ihre Spitze wählen und gab ihnen mit Sitz und Stimme im Kreisvorstand auch das notwendige Gewicht. Neue Wege werden bald auch auf Bezirks- und Landesebene beschritten. „Wenn wir uns nicht um die Jugend kümmern, dann tun es andere und vielleicht nicht immer die Richtigen“, spielte Vorsitzende Feustel bei der ersten Kreisjugendversammlung der Arbeitsgemeinschaft im Züchterheim in Jägersruh auch auf die aktuelle Lage im Lande an. Denn die noch wissensdurstigen Kinder und Jugendlichen hätten sehr an vielen Dingen großes Interesse.

In die gleiche Kerbe hieb erster Kreisjugendleiter Karl Toenges aus Jägersruh. „Trotz der großen Konkurrenz vor allem durch die Sportvereine können wir bestehen, gibt es Tausende von Möglichkeiten für die Jugend in den Gartenbauvereinen“, ist Toenges überzeugt. Gemeinsam würden die Vereine im Kreisverband diese große Aufgabe und Herausforderung meistern. Als Ziele der Arbeitsgemeinschaft nannte Toenges: Hilfe bei der Gründung von Jugendgruppen in den Vereinen und die Unterstützung ihrer Führungen, Lehrgänge für die Jugendleiter und Helfer sowie mindestens einmal im Jahr eine zentrale Veranstaltung der Jugend im Kreisverband. Das erste Jugendleiterseminar soll am 20. Januar in Jägersruh sein, die zentrale Jugendveranstaltung findet beim Kreisgartenbautag 2007 in Döbra statt.

Der Hofer Jugendpfleger Klaus Wulf informierte über den Aufbau der Jugendringe in Stadt und Landkreis Hof, über ihre Serviceleistungen, Bildungsangebote, Fördermöglichkeiten und Freizeitprogramme.

Erfahrungsberichte gaben Sprecher der Jugendgruppen der Gartenbauvereine von Döbra, Marxgrün-Hölle und Trogen. Einig waren sie sich darin, dass Jugendtreffen regelmäßig – in ihrem Falle ist das einmal monatlich – stattfinden sollten. Ob die richtigen Angebote gemacht würden, kann man nach Meinung von zweitem Kreisjugendleiter Uwe Hofmann aus Marxgrün am besten an der Beteiligung ablesen. „Kommt der Nachwuchs immer wieder, dann liegen wir auch nicht falsch“, sagte er. Unterschiedlich wird die Frage eines eigenen Jugendbeitrages behandelt, für alle das gleiche Problem ist die Altersspanne von vier bis zum Erwachsenenalter von 18 Jahren.

Offen räumte der Weißdorfer Vorsitzende Thomas Seiler ein, von der Nützlichkeit eigenständiger Jugendgruppen nicht überzeugt zu sein. Das Vereinsangebot müsse für Jung und Alt gemeinsam sein. Die Probleme des Nachwuchsmangels und der Überalterung in den Vereinen sieht auch er. Wie weit die schon gediehen ist, macht die vom gastgebenden Verein Jägersruh vorgelegte Altersstruktur deutlich. Danach sind von den 218 Mitgliedern des Vereins 56,43 Prozent über 50-Jährige, 23,38 Prozent 30- bis 50-Jährige und 18,81 Prozent bis 18-Jährige. Die dazwischen finden mit 1,38 Prozent gar nicht statt. Von den 41 Jugendlichen sind 20 Prozent schon 17- bis 18-Jährige, die erfahrungsgemäß wegen Lehre oder Studium weg müssen und dann dem Verein zumindest zeitweilig den Rücken kehren. Von Ausnahmen abgesehen, ist die Altersstruktur in den anderen Vereinen ähnlich.

Das Fazit der Jugendvertreter war wieder einhellig: Egal ob eigenständige Jugendabteilungen oder die Jugend integriert – ohne sie geht in den Vereinen nichts mehr.

Das Interesse an der ersten Kreisjugendversammlung war groß. Am Vorstandstisch von links: der Jägersruher Jugendvorstand Florian Flügel, die Kreisjugendleiter Karl Toenges und Uwe Hofmann mit Kreischefin Doris Feustel

Jugendordnung der Kinder- und Jugendgruppen im Kreisverband Hof für Gartenbau und Landespflege:

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