Gartenbau-Jugend auf Erkundung im Höllental

 

Der diesjährige Ausflug der Gartenbaujugend im Kreisverband Hof führte sie in heimische Gefilde. Die rund 40 Kinder und Jugendleiter starteten mit einer informativen, knapp zweieinhalbstündigen Erlebniswanderung im Höllental unter der Führung von Monika und Günter Wolf. In Hölle kostete man zunächst den Höllensprudel, ein überaus gesundes Mineralwasser, das am alten Brunnenhäuschen aus 262 Meter Tiefe kommt.

 

Danach erkundeten sie, größtenteils auf dem Wasserpfad, das Naturschutzgebiet Höllental. Monika Wolf lenkte ihr Augenmerk auf die dort vorkommenden Pflanzen. Unter anderen brachte sie ihnen Farne wie den Wurm-, Frauen-, Tüpfel- und Eichenfarn sowie verschiedene Flechten nahe. Die Botanikkennerin wies unterwegs noch auf eine ganze Reihe von besonderen Pflanzen wie die pfirsichblättrige Glockenblume, das Taubenkropfleimkraut oder das nickende Perlgras hin. Auch das indische Springkraut, das eingeschleppt wurde, sich in unserer Region an feuchten Stellen breit macht und viele heimische Pflanzen unterdrückt, wurde den Kindern erläutert.

Am Teufelssteg durfte natürlich die Sage vom Teufel nicht fehlen. Günter Wolf erzählte einiges über die Entstehung der Gesteine und des Tales überhaupt. Vor 370 Millionen Jahren, im Erdzeitalter des Devon, gab es in unserem Gebiet ein Meer. Vulkane stießen Lava unter dem Meeresboden aus und diese erkaltete allmählich. So entstanden viele der heute im Höllental zu sehenden unterschiedlichen Diabas-Gesteinsformationen wie beispielsweise die Teufelsfelsen. Das Höllental in seiner jetzigen Form als V-Tal entstand erst vor einigen Hunderttausend Jahren, als sich das Wasser seinen Weg durch den harten Fels suchte und sich immer tiefer in das Gestein einschnitt.

Auch von der Nutzung der Wasserkraft früher und heute erfuhren die Teilnehmenden eine Menge. Angefangen vom Stauwehr bis hin zum Wasserturm und Kraftwerk mit seinen beiden Turbinen verfolgte man den unterirdischen Weg des Wassers auf dem Röhrensteig. Die Kinder staunten nicht schlecht, als sie sich in eine Muster-Röhre, die am Ende des Steigs aufgebaut war, locker hineinstellen konnten. Sie spürten nach, was der Bau der Hangwasserleitung um 1888 für die Menschen bedeutete, die in der damaligen Zeit diese schwierige Arbeit verrichteten. Vieles war ja nur in Handarbeit zu machen, weil es solche Maschinen wie heute noch gar nicht gab. Am Jungfernsteg erfuhren sie etwas über die Wasseramsel und sahen auf dem Weg nach Blechschmidtenhammer eine riesige und rund 150 Jahre alte Tanne, bevor man einen letzten Blick hinauf zum Hirschsprung warf. Auch über diese Sage machten sich die Kinder so ihre Gedanken.

Um sich für die danach auf dem Programm stehende Erkundung des Besucherbergwerks Friedrich-Wilhelm-Stollen zwischen Lichtenberg und Blechschmidtenhammer fit zu machen, stärkte man sich erst einmal im gleichnamigen Gasthof daneben. Ausgerüstet mit Schutzhelmen lauschten die Kinder im Stollen aufmerksam den Erklärungen der Führerinnen, die ihnen vieles über die Entstehung und Entwicklung des von Alexander von Humboldt projektierten Bergwerks nahe brachten.

Nach einem kurzen Fußmarsch zum Bahnhof Blechschmidtenhammer faszinierte sie noch einmal die Schauanlage des Eisenbahnclubs Münchberg. An der Modellandschaft konnten sie den größten Teil ihres Ausflugs nochmals nachvollziehen und sehen, wie die Höllentalbahn genau verlief und bis wohin 1945 der letzte Zug rollte. Auf reges Interesse stießen auch die nostalgischen Eisenbahnwaggons und – klar doch – der Kletterfelsen im kleinen Bahnhof.

 
 
 
 
 
 
 
 
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